Exekutivdienst

Der Personalstand des Exekutivdienstes beträgt 31.000 VBÄ. In dieser Zahl sind neben der Polizei auch rund 3.100 Beamtinnen und Beamte der Justizwache enthalten. Im Vordergrund der Polizeiarbeit stehen Kriminalitätsbekämpfung, Kriminalprävention sowie Aufgaben im Bereich der Verkehrssicherheit. Bei Gefahr in Verzug schnellstmöglich vor Ort professionelle Hilfe leisten zu können, ist eines der Hauptziele. Weitere wichtige, wenn auch kleinere Gruppen innerhalb der Exekutive sind hoch spezialisierte Bedienstete, wie das Einsatzkommando Cobra oder die Wiener Einsatzgruppe Alarmabteilung (WEGA).Die Hauptaufgabe der Justizwachebeamtinnen und Justizwachebeamte hingegen ist die Aufrechterhaltung von Ordnung und Sicherheit in den Gefängnissen.

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Grundlegendes zum Exekutivdienst

Der Exekutivdienst erfordert eine Ausbildung, die in keiner „zivilen“ Schule unterrichtet wird. Zwar haben die meisten Exekutivbeamtinnen und Exekutivbeamten eine zivile Ausbildung (Lehre, Matura,…) abgeschlossen, die eigentliche polizeiliche Ausbildung erhalten sie jedoch bundesintern.

Die Grundausbildung zur Exekutivbeamtin/ zum Exekutivbeamten erfolgt in einem von zehn über das Bundesgebiet verteilten Bildungszentren und dauert 24 Monate. Um in die Ausbildung aufgenommen zu werden, ist es notwendig eine Aufnahmeprüfung zu bestehen. Dabei werden sowohl die persönliche, als auch die fachliche Eignung getestet. Wichtige Ausbildungsschwerpunkte sind neben dem Einsatztraining, welches auf die konkrete polizeiliche Tätigkeit vorbereitet, auch ein umfangreiches Rechtswissen und Persönlichkeitsbildung.

Während ihrer Ausbildung stehen die Exekutivbediensteten in einem vertraglichen Dienstverhältnis, sind also noch keine Beamtinnen und Beamte. Sie werden in dieser Phase Aspirantinnen und Aspiranten genannt.

Um dieser Gruppe auch nach Abschluss der Ausbildung die Möglichkeit zu geben, ihr Wissen und ihre Erfahrung zu verbreitern, wurde 2008 die Versetzbarkeit innerhalb der ersten zwei Jahre ihres Dienstes vereinfacht. Die Versetzung, die innerhalb des jeweiligen Bundeslandes möglich ist, stellt ein erweitertes Training im Rahmen der praktischen Ausbildung dar, das den Sinn hat, die Bediensteten mit den unterschiedlichsten beruflichen Anforderungen und Realitäten zu konfrontieren.

Wichtige, wenn auch kleinere Gruppen innerhalb der Exekutive, sind hoch spezialisierte Bedienstete, wie das Einsatzkommando Cobra, ein Sonderkommando das in Situationen mit höchstem Gefährdungspotenzial zum Einsatz kommt. In diesem Zusammenhang ist auch die Wiener Einsatzgruppe Alarmabteilung (WEGA) anzuführen. Dieser Einheit obliegt zum Beispiel die bundesweite Unterstützung bei Einsätzen, die bereits im Vorfeld als (potenziell) unfriedlich einzustufen sind und das Einschreiten besonders ausgebildeter und ausgerüsteter Einheiten erfordern.

Die Mehrheit der Exekutivbeamtinnen und Exekutivbeamte sind Bedienstete des Innenressorts. Die rund 3.100 Justizwachebeamtinnen und Justizwachebeamten, deren Hauptaufgabe die Aufrechterhaltung von Sicherheit und Ordnung in den Justizanstalten (Gefängnissen) ist, sind im Justizressort tätig. Zu ihrem Aufgabengebiet gehört auch die Betreuung und Beschäftigung der Insassen. Damit soll deren Resozialisierung erleichtert, und die Rückfallquote minimiert werden.

Daten und Fakten

Das Durchschnittsalter der Exekutivbeamtinnen und Exekutivbeamten beträgt 42,9 Jahre. Der Frauenanteil beträgt 15,6 Prozent, was eine Steigerung im Vergleich zum Vorjahr (14,8 Prozent) bedeutet. Gerade im Bereich der Exekutive steigt der Frauenanteil besonders stark und hat sich innerhalb des letzten Jahrzehnts mehr als verdoppelt.

Der Teilbeschäftigtenanteil ist in dieser Berufsgruppe mit 5,0 Prozent nach wie vor gering. Grund dafür ist der vergleichsweise hohe Männeranteil und die Tatsache, dass Männer seltener Teilzeit in Anspruch nehmen.

Exekutivdienst

 GesamtMännerFrauen
Personalstand zum 31.12.2016*31.10026.5404.560
durchschnittliches Alter**42,944,534,3
Beamtenanteil**91,7%93,1%83,1%
Teilbeschäftigtenanteil**5,0%2,0 %21,0 %
Frauenanteil**15,6%--

Anmerkungen zur Tabelle:
* in VBÄ
** auf Basis von Köpfen

Einkommen

Das mittlere Bruttojahreseinkommen von Exekutivbeamtinnen und Exekutivbeamten beträgt € 49.570. Wie alle Einkommen von Bundesbediensteten setzt es sich aus dem Grundgehalt, Zulagen und Nebengebühren zusammen. Im Unterschied zu anderen Berufsgruppen machen im Exekutivdienst Zulagen und Nebengebühren einen besonders hohen Anteil am Einkommen aus. Das hängt mit Wochenenddiensten, Nachtdiensten, den zahlreichen Überstunden sowie den besonderen Gefahren und anderen Erschwernissen zusammen, die die Arbeit der Exekutive mit sich bringt. Ein Viertel der Exekutivbediensteten verdient weniger als 40.760 Euro während das bestverdienenden Viertel 57.966 Euro verdient.

Pensionseinkommen

15.474 Exekutivbeamtinnen und Exekutivbeamte befanden sich 2016 im Ruhestand. Ihr mittleres Bruttojahreseinkommen liegt bei € 37.701. Die Hälfte der Pensionen liegt im Bereich von € 32.618 bis € 43.038, jeweils 25 Prozent der Pensionen liegen niedriger bzw. höher.

Das durchschnittliche Pensionsantrittsalter dieser Berufsgruppe liegt mit 59,3 Jahren unter dem Bundesdurchschnitt, da viele Exekutivbeamtinnen und Exekutivbeamte vorzeitig auf Basis der Langzeitversichertenregelung bzw. aufgrund von Dienstunfähigkeit in den Ruhestand treten. Der Anteil der Pensionierungen aufgrund von Dienstunfähigkeit ist allerdings seit 2005 von 69 Prozent auf 23 Prozent zurückgegangen. Das hat dazu beigetragen, dass das Pensionsantrittsalter des Exekutivdienstes im gleichen Zeitraum um 2,7 Jahre gestiegen ist.