Richterinnen und Richter, Staatsanwältinnen und Staatsanwälte

Diese Berufsgruppe, der zwei unterschiedliche Berufsbilder zuzuordnen sind, zählt 2.923 Bedienstete in Vollzeitbeschäftigungsäquivalenten (VBÄ). Die Aufgabe der Richterinnen und Richter ist die Rechtsprechung, also die Urteilsfindung in rechtlichen Konflikten und nach Straftaten. Sie sind im Gegensatz zu den meisten anderen Bundesbediensteten weisungsunabhängig, unabsetzbar und unversetzbar. Die Rolle der Staatsanwältinnen und Staatsanwälte ist eine andere; sie haben das öffentliche Interesse in der Strafrechtspflege wahrzunehmen. Dazu gehört vor allem die Anklageerhebung und -vertretung im Strafprozess. Staatsanwältinnen und Staatsanwälte sind hingegen weisungsgebunden.

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Daten und Fakten

Richterinnen und Richter, Staatsanwälte und Staatsanwältinnen
AnteilGesamtMännerFrauen
Personalstand zum 31.12.2015*2.9231.4371.486
durchschnittliches Alter**45,647,843,7
Anteil Beamtinnen/Beamten**100,0 %100,0 %100,0 %
Teilbeschäftigtenanteil**10,6 %1,3 %18,9 %
Frauenanteil**52,8 %--

* in VBÄ
** auf Basis von Köpfen

In dieser Berufsgruppe gibt es keine Alternative zum öffentlich-rechtlichen Dienstverhältnis. Alle Richterinnen und Richter und Staatsanwältinnen und Staatsanwälte sind daher Beamtinnen und Beamte. Ihr Durchschnittsalter liegt bei 45,6 Jahren. Der Frauenanteil beträgt 52,8 Prozent, womit diese Berufsgruppe, neben Lehrerinnen und Lehrern und dem Verwaltungsdienst, zu jenen mit annähernd ausgewogenem Geschlechterverhältnis gehört.

Die zentrale Bedeutung, die einer qualitativ hochwertigen Rechtsprechung beigemessen wird, kommt in der hohen Qualifikationsanforderung, den strengen Auswahlverfahren für den Richterberuf, aber auch im überdurchschnittlichen Einkommen zum Ausdruck. Grundvoraussetzung für das Amt der Richterinnen und Richter bzw. Staatsanwältinnen und Staatsanwälte ist ein abgeschlossenes Studium der Rechtswissenschaften.

84,7 Prozent der Richterinnen und Richter und Staatsanwältinnen und Staatsanwälte sind im Justizressort tätig, 2,3 Prozent am Verwaltungsgerichtshof, 5,6 Prozent im Bundesverwaltungsgericht und 7,5 Prozent im Bundesfinanzgericht.

Einkommen

Das Einkommen von Richterinnen und Richter und Staatsanwältinnen und Staatsanwälte differiert im Laufe der Karriere stark. Während ein Viertel der Berufsgruppe weniger als € 57.299 verdient, liegen die Einkommen des bestverdienenden Viertels über € 97.691. Das mittlere Einkommen (Median) liegt bei 81.825 Euro.

Pensionseinkommen

25 Prozent der 1.170 pensionierten Richterinnen und Richter und Staatsanwältinnen und Staatsanwälte beziehen ein Pensionseinkommen, das unter € 74.987 liegt, bei 25 Prozent übersteigt die Pension € 93.575. Das Medianeinkommen beträgt 81.476 Euro. Das Pensionsantrittsalter liegt bei 64,1 Jahren und ist nach wie vor unter allen Berufsgruppen des Bundes das höchste.