Verwaltungsdienst

Der Verwaltungsdienst ist mit rund 44.840 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern (in VBÄ) die größte und zugleich die vielfältigste Berufsgruppe im Bundesdienst. Hier finden sich die unterschiedlichsten Berufsbilder. Etwas vereinfachend könnte man sagen, dass alle Bundesbediensteten, deren Berufsbild nicht einem der anderen Berufsgruppen entspricht, zum Verwaltungsdienst gezählt werden. Das Spektrum der Tätigkeiten reicht dabei von der Sachbearbeitung über Systemadministration, Personalentwicklung, Vermessungsdienst, bis hin zu Reparaturarbeiten an Kraftfahrzeugen oder auch Reinigungsdiensten. Ein hoher Grad an Spezialisierung auf bestimmte Verwaltungsmaterien ist unter den Verwaltungsbediensteten typisch. Auch bezüglich der Hierarchiestufen ist der Verwaltungsdienst breit gefächert; sowohl Sekretariatskräfte, als auch Sektionsleiterinnen und Sektionsleiter gehören dieser Berufsgruppe an.

Video: © whatchado

Siehe auch Helga Bandion, Elke Kreuzhuber und Florian Reiniger.

Aufgabenspektrum

Wenngleich es zu umfangreich wäre, die einzelnen Berufsbilder der Verwaltungsbediensteten hier vollständig aufzuzählen, kann eine grobe Zuordnung zu den Dienststellen, in denen sie arbeiten, einen Einblick über Umfang und Tätigkeiten des Verwaltungspersonals bieten.

In den Ministerien, den „Zentralen“, in denen das Verwaltungshandeln gesteuert und koordiniert wird, sind rund 8.900 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Berufsgruppe Verwaltungsdienst in den verschiedensten Aufgabenbereichen, zum Beispiel als Juristinnen und Juristen, Betriebs- und Volkswirtinnen und -wirten, Psychologinnen und Psychologen, Personalistinnen und Personalisten, Budgetistinnen und Budgetisten, Fachexpertinnen und Fachexperten oder Teamassistentinnen und Teamassistenten tätig.

Die verbleibenden rund 35.900 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erbringen ihre Leistungen in den Sonstigen Obersten Organen sowie den zahlreichen großen und kleinen nachgeordneten Dienststellen. Von der Annahme von Anträgen bis hin zu konkreten Beratungsleistungen bei individuellen Problemstellungen wird im nachgeordneten Bereich viel direkter Service für Bürgerinnen und Bürger geleistet.

Der größte nachgeordnete Bereich ist mit rund 8.900 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die Zoll- und Abgabenverwaltung. Hier finden sich die Sachbearbeiterinnen und Sachbearbeiter in den Finanzämtern und die Betriebsprüferinnen und Betriebsprüfer, um nur einige Beispiele aus diesem Bereich zu nennen. Neben Verwaltungs- und Prüftätigkeiten im Zusammenhang mit Steuern und Zöllen, gehört die Beratung von Bürgerinnen und Bürgern in steuerlichen Belangen zu ihren wichtigsten Aufgaben.

Die Militärverwaltung ist ein weiterer großer Bereich des Verwaltungsdienstes. Hier arbeiten 6.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den verschiedenen militärischen Einrichtungen. Unter ihnen finden sich Sekretariatskräfte ebenso wie Sachbearbeiterinnen und Sachbearbeiter, technisches Personal wie z.B. Technikerinnen und Techniker für militärische Spezialfahrzeuge, Arbeiterinnen und Arbeiter und Reinigungskräfte.

Im Bereich der Inneren Sicherheit sind 3.000 administrative Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter tätig. Ihnen obliegen sämtliche Aufgaben, die im Rahmen der polizeilichen Tätigkeit anfallen und die nicht den speziell ausgebildeten Exekutivbediensteten vorbehalten sind. Ihre Dienstorte sind in erster Linie die Landes-, Stadt- und Bezirkspolizeikommanden, die Sicherheitsdirektionen und die Polizeidirektionen.

In den Schulen sind an die 3.900 Verwaltungsbedienstete beschäftigt. Ihre Hauptaufgaben sind hier die Organisation und Aufrechterhaltung des täglichen Betriebes, also alle Arbeiten, die an Schulen anfallen – mit Ausnahme des Unterrichtens.

Etwa 600 Personen zählt das von Österreich entsandte diplomatische bzw. administrative Personal, das an den 99 Vertretungen tätig ist. Zu seinen Aufgaben zählen insbesondere die Betreuung von ständig im Ausland lebenden Österreicherinnen und Österreichern und die Hilfeleistung für jene Bürgerinnen und Bürger, die sich aus touristischen oder beruflichen Gründen im Ausland aufhalten und dort in Notsituationen geraten. Eine weitere konsularische Tätigkeit ist die Ausstellung von Visa.

Verteilung des Verwaltungspersonals

Verteilung des Verwaltungspersonals

Verwaltungsdienst
AnteilGesamtMännerFrauen
Personalstand zum 31.12.2014*44.84022.50922.331
durchschnittliches Alter**47,448,946,1
Anteil Beamtinnen/Beamte**45,7 %56,7 %34,7 %
Teilbeschäftigtenanteil**17,5 %3,0 %30,5 %
Frauenanteil**52,7 %--

* in VBÄ
** auf Basis von Köpfen
© BKA Abteilung III/7a; Datenquelle: MIS

Weniger als die Hälfte (45,7 Prozent) des Verwaltungspersonals steht in einem öffentlich-rechtlichen Dienstverhältnis (Beamtinnen und Beamte), die übrigen Dienstverhältnisse beruhen auf privatrechtlichen Verträgen. Der Frauenanteil ist mit 52,7 Prozent überdurchschnittlich hoch, Teilbeschäftigung wird in dieser Berufsgruppe stark in Anspruch genommen.

Einkommen

Ein Viertel der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verdient weniger als € 27.596 pro Jahr, das mittlere Jahreseinkommen liegt bei € 37.058. Die Einkommen des am besten verdienenden Viertels liegen über € 54.356.

Pensionseinkommen

Entsprechend der Größe des Verwaltungsdienstes, stellen die pensionierten Beamtinnen und Beamte dieser Berufsgruppe (26.582) den größten Teil der Bundespensionistinnen und Bundespensionisten. Die Hälfte von ihnen erhält Pensionen im Bereich von € 28.231 bis € 50.315. Die Pensionen jeweils eines Viertels der Pensionistinnen und Pensionisten liegen unter bzw. über diesen Werten. Das Medianeinkommen dieser Personengruppe liegt bei 35.584 Euro

Das durchschnittliche Pensionsantrittsalter liegt bei 60,6 Jahren.