Beamtinnen und Beamte, Vertragsbedienstete

Im Bundesdienst werden zwei Arten von Dienstverhältnissen unterschieden, das öffentlich-rechtliche und das vertragliche. Das öffentlich-rechtliche Dienstverhältnis (das "Beamtentum") ist mit 57,4 Prozent (berechnet auf Basis von Vollbeschäftigtenäquivalenten) vorherrschend – ein Grund dafür ist, dass es in einigen Berufsgruppen wie dem Exekutivdienst, dem Militärischen Dienst oder bei den Richterinnen und Richtern bzw. Staatsanwältinnen und Staatsanwälten keine Alternative zum öffentlich rechtlichen Dienstverhältnis gibt. Aufgrund des Pragmatisierungsstopps sinkt jedoch der BeamtInnenanteil kontinuierlich.

Pragmatisierungsstopp

Aufgrund der restriktiven Pragmatisierungspolitik bzw. des Pragmatisierungsstopps der letzten Jahre nimmt die Zahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Beamtenstatus stetig ab. Die Maßnahmen zum Abbau der Bundesbeamtinnen und Bundesbeamte betreffen jene Berufsgruppen, in denen es ein vertragliches Dienstverhältnis als Alternative zum öffentlich-rechtlichen Dienstverhältnis gibt. Diese Berufsgruppen sind der Verwaltungsdienst, die Lehrerinnen und Lehrer und der Krankenpflegedienst.

Der Pragmatisierungsstopp führt dazu, dass pensionierte BeamtInnen in Berufsgruppen mit vertraglicher Alternative, sofern eine Nachbesetzung notwendig ist, durch Vertragsbedienstete ersetzt werden. Daher zeigen die Personalkapazitäten von BeamtInnen und vertraglichem Personal gegenläufige Tendenzen. Der geringfügigen Zunahme vertraglicher Dienstverhältnisse steht eine deutliche Reduktion öffentlich-rechtlicher Dienstverhältnisse gegenüber, so dass der Gesamtpersonalstand zurückgeht. Der gleichzeitige Rückgang von BeamtInnen und Vertragsbediensteten im Jahr 2004 ist auf die Ausgliederung der Universitäten zurückzuführen.

Die restriktive Pragmatisierungspolitik findet auch in der Verteilung der BeamtInnen auf die unterschiedlichen Altersgruppen ihren Niederschlag: Der Anteil der BeamtInnen ist in den jüngeren Jahrgängen deutlich niedriger: Er beträgt bei den über 50-Jährigen rund 73 Prozent während er bei den unter 40-Jährigen nur bei rund 42 Prozent liegt.

Die folgende Tabelle zeigt die Verteilung des Personals in Vollbeschäftigtenäquivalenten. Auf Basis von Vollbeschäftigtenäquivalenten, beträgt der Beamtenanteil im Bundesdienst 57,4 Prozent.

Bundespersonal nach Art des Dienstverhältnisses
JahrBeamtinnen, Beamtevertragliches PersonalGesamtpersonalstand
200399.42750.708150.135
200490.05842.698132.756
200589.20744.080133.287
200688.21845.094133.312
200786.57146.160132.731
200885.23147.553132.784
200983.53949.369132.908
201081.31251.492132.804
201179.57452.783132.357
201277.44753.736131.183
201375.05354.820129.873
201475.20155.791130.992

Quelle: © BKA Abteilung III/7a; Quelldaten: MIS

Die Pragmatisierungspolitik der letzten Jahre

Erste Maßnahmen, die das Ziel hatten, den Anteil der Beamtinnen und Beamten in Berufsgruppen mit vertraglicher Alternative nicht weiter anwachsen zu lassen, wurden 1997 gesetzt. Im November 2003 wurde erstmals ein echter Pragmatisierungsstopp beschlossen, der aktuell auf unbestimmte Zeit verlängert ist.

Beim Bund selbst waren Ende 2014 76.952 Beamtinnen und Beamte tätig. Darüber hinaus arbeiten 6.985 in ausgegliederten Einrichtungen (exkl. PTV). Diese Zahlen sind nicht in VBÄ umgerechnet, beziehen sich also auf die Anzahl der Dienstverhältnisse.

Der prozentuelle Anteil der 76.952 Beamtinnen und Beamten an der Gesamtzahl der beim Bund tätigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beträgt 54,9 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr ist dieser Anteil um 0,3 Prozentpunkte gesunken.

Die Wirkung der Pragmatisierungspolitik auf die Anzahl der Beamtinnen und Beamten im Jahresvergleich ist evident: Waren 1997 beim Bund und seinen ausgegliederten Einrichtungen (exkl. Nachfolgegesellschaften der Post) noch 119.178 Beamtinnen und Beamte tätig, sind es heute nur noch 83.937.