Monitoring der Beamtenpensionen im Bundesdienst 2020

Der Trend des steigenden Pensionsantrittsalters der Beamtinnen und Beamten im Bundesdienst setzt sich fort. Es liegt aktuell bei 62,4 Jahren. Im Vergleich zum Vorjahr beträgt der Anstieg 0,3 Jahre, im „Fünf-Jahres-Vergleich“ 1,2 Jahre. Die Auswirkungen der im Jahr 2013 beschlossenen Verschärfungen der Voraussetzungen zur Inanspruchnahme von vorzeitigen Pensionierungen (insb. Langzeitbeamtenregelung und Korridorpension) sind weiter erkennbar.

Neupensionierungen und Antrittsalter im Zeitverlauf

Bundesdienst

Der Anstieg des bundesweiten, durchschnittlichen Pensionsantrittsalters von 0,3 Jahren ist hauptsächlich auf den Anstieg des Anteils der Pensionierungen mit gesetzlichem Pensionsalter bei den Lehrpersonen und im Verwaltungsdienst zurückzuführen. Die Anzahl der Neupensionierungen ist beim Verwaltungsdienst (+ 233 Neupensionierungen) und bei den Lehrpersonen (+ 218 Neupensionierungen) am stärksten angewachsen.

Die Ruhebezüge der im Jahr 2018 pensionierten Beamtinnen und Beamten betragen durchschnittlich € 3.490 brutto monatlich. Im Vergleich dazu betrugen die durchschnittlichen monatlichen, inflationsbereinigten Ruhebezüge der im Jahr 2010 pensionierten Beamtinnen und Beamten € 4.133. Diese Entwicklung zeigt, dass die rechtlichen Änderungen (Pensionsharmonisierungsgesetz inklusive Übergangsbestimmungen) bereits eine Auswirkung auf die Pensionshöhe haben. Trotz Berücksichtigung des steigenden Pensionsantrittsalters, durchschnittlich längerer Dienstzeit und mehr Beitragsjahren, sind die Ruhebezüge der neupensionierten Beamtinnen und Beamten gesunken. Das ist vor allem auf die Abschläge bei vorzeitigen Pensionsantritten und die längeren Durchrechnungszeiträume zurückzuführen. Daher sind die Rückgänge vor allem bei den Ruhegenüssen von Akademikerinnen und Akademikern, sowie von Beamtinnen und Beamten, die vorzeitig in den Ruhestand treten, zu beobachten. Es wird erwartet, dass sich diese Entwicklung in den nächsten Jahren fortsetzen wird.

Für einen Vergleich mit den ASVG-Pensionen sind insbesondere folgende Punkte zu berücksichtigen:

  • Ab 2005 eingetretene bzw. ab 01.01.1976 geborene Beamtinnen und Beamte erhalten die gleiche Pension wie ASVG Versicherte.
  • Für alle anderen Jahrgänge gelten Übergangsbestimmungen, die gemeinsam mit den verschärften Antrittsbestimmungen (Anhebung des gesetzlichen Pensionsantrittsalters, Erschwerung des Zugangs zur Hacklerregelung und Korridorpension sowie erhöhte Abschläge) den oben dargestellten Rückgang der Pensionseinkommen bewirken. Bei Bundesbeamtinnen und Bundesbeamten beträgt 2018 der Durchrechnungszeitraum 252 Monate (21 Jahre) und steigt kontinuierlich bis 2028 auf 480 Monate (40 Jahre).
  • Die pensionierten Beamtinnen und Beamten leisten zur nachhaltigen Sicherung der Finanzierbarkeit des Pensionssystems einen Pensionssicherungsbeitrag.
  • Die Pensionsbeiträge der Beamtinnen und Beamten vor Eintritt 2005 bzw. vor 01. Jänner 1976 geboren sind nicht mit der Höchstbeitragsgrundlage gedeckelt.


Antrittsalter nach Berufsgruppe

Verwaltungsdienst

Pensionsantritte:Die Neupensionierungen im Verwaltungsdienst sind im Vergleich zu 2018 um 233 angestiegen. Das ist im Jahr 2019 der höchste Wert im Bundesdienst. Auf Grund der Altersstruktur ist in den nächsten Jahren mit einem weiteren Anstieg der Pensionierungen zu rechnen.

Pensionsantrittsalter: Das Antrittsalter liegt bei 62,3 Jahren und damit knapp unter dem Bundesdurchschnitt. Im Vergleich zu 2015 ist das Antrittsalter um 1,7 Jahre angestiegen.

Verwaltungsdienst

Exekutivdienst

Pensionsantritte:Im Exekutivdienst sind die Neupensionierungen im Vergleich zum Vorjahr um 42 angestiegen. Der Anteil der vorzeitigen Pensionierungen ist um 8 Prozentpunkte niedriger als im Jahr 2018, der Anteil der Dienstunfähigkeitspensionierungen ist um 5 Prozentpunkte höher.

Pensionsantrittsalter: Der Exekutivdienst stellt jene Berufsgruppe im Bundesdienst dar, die mit 59,7 Jahren das niedrigste Pensionsantrittsalter aufweist. Dies ist vorwiegend auf die körperlichen Belastungen dieser Berufsgruppe zurückzuführen. Im Vergleich zum Vorjahr ist das Pensionsantrittsalter leicht gesunken. Im „Fünf-Jahres-Vergleich" ist das Pensionsantrittsalter jedoch um 0,8 Jahre angestiegen.

Exekutivdienst

Lehrpersonen

Pensionsantritte: Im Vergleich zum Vorjahr sind die Neupensionierungen bei den Lehrpersonen um 218 Pensionierungen angestiegen. Die Pensionierungen mit gesetzlichem Pensionsalter haben sich dabei mehr als verdoppelt (518 Neupensionierungen). Deren Anteil an den Pensionierungen gesamt ist daher um 21 Prozentpunkte auf 49 % angestiegen. Das bedeutet, dass im Jahr 2019 beinahe die Hälfte der Lehrpersonen mit dem „Regelpensionsalter" in Pension ging.

Pensionsantrittsalter: Das Pensionsantrittsalter der Lehrpersonen ist bundesweit am stärksten angestiegen (+ 0,6 Jahre). Es liegt nun bei 64,0 Jahren und damit nur mehr ein Jahr unter dem „Regelpensionsalter" von 65 Jahren. Ein wesentlicher Grund dafür ist der hohe Anteil der Pensionierungen mit gesetzlichem Pensionsalter, sowie der Anstieg des Pensionsantrittsalters bei den Dienstunfähigkeitspensionierungen und vorzeitigen Pensionierungen. Seit 2015 hat sich das Pensionsantrittsalter um 1,5 Jahre erhöht.

Lehrpersonen

Militärischer Dienst

Pensionsantritte: Die Neupensionierungen beim Militärischen Dienst sind im Vergleich zu 2018 um 64 auf insgesamt 332 zurückgegangen. Der Anteil der vorzeitigen Pensionierungen liegt bei 86 % und ist um 5 Prozentpunkte zurückgegangen. Gleichzeitig ist der Anteil der Pensionsantritte mit gesetzlichem Pensionsantrittsalter um 5 Prozentpunkte angestiegen.

Pensionsantrittsalter: Das durchschnittliche Pensionsantrittsalter im Militärischen Dienst ist im Vergleich zum Vorjahr um 0,2 auf 62,4 Jahre angestiegen. Im „Fünf-Jahres-Vergleich" hat sich das Pensionsantrittsalter um 2,7 Jahre erhöht. Das ist der höchste Anstieg im gesamten Bundesdienst.

Militärischer Dienst

Richterinnen und Richter und Staatsanwältinnen und Staatsanwälte

Pensionsantritte: 48 % der Richterinnen und Richter und Staatsanwältinnen und Staatsanwälte treten mit Erreichen des gesetzlichen Pensionsalters die Pension an. Der Anteil der vorzeitigen Pensionierungen ist von 49 % auf 36 % zurückgegangen.

Pensionsantrittsalter: Richterinnen und Richter und Staatsanwältinnen und Staatsanwälte gehen durchschnittlich mit 63,5 Jahren in Pension. Das ist nach den Lehrpersonen der zweithöchste Wert im Bundesdienst.

Richterinnen und Richter und Staatsanwältinnen und Staatsanwälte

Bericht Monitoring der Beamtenpensionen