Monitoring der Beamtenpensionen im Bundesdienst 2019

Der Trend des steigenden Pensionsantrittsalters der Beamtinnen und Beamten im Bundesdienst setzt sich fort. Es liegt momentan bei 62,1 Jahren. Im Vergleich zum Vorjahr beträgt der Anstieg 0,2 Jahre, im „Fünf-Jahres-Vergleich“ 1,2 Jahre. Die Auswirkungen der im Jahr 2013 beschlossenen Verschärfungen der Voraussetzungen zur Inanspruchnahme von vorzeitigen Pensionierungen (insb. Langzeitbeamtenregelung und Korridorpension) sind weiter erkennbar.

Neupensionierungen und Antrittsalter im Zeitverlauf

Bundesdienst

Der Anstieg des bundesweiten, durchschnittlichen Pensionsantrittsalters ist auf den Anstieg des Anteils der Pensionierungen mit gesetzlichem Pensionsalter bei den Lehrpersonen und den Anstieg des Pensionsantrittsalters bei den vorzeitigen Pensionierungen (aller Berufsgruppen) zurückzuführen. Die Anzahl der Neupensionierungen ist beim Exekutivdienst am stärksten angewachsen (+131 Neupensionierungen). Die Erhöhung des Pensionsantrittsalters bei den Richterinnen und Richtern und Staatsanwältinnen und Staatsanwälten um 2,3 Jahre ist vor allem auf die Erhöhung des Durchschnittsalters bei der Dienstunfähigkeit zurückzuführen.

Die Pensionen der im Jahr 2017 pensionierten Beamtinnen und Beamten betragen durchschnittlich € 3.438 monatlich. Im Vergleich dazu betrugen die durchschnittlichen monatlichen, inflationsbereinigten Ruhebezüge der im Jahr 2010 pensionierten Beamtinnen und Beamten € 4.050. Diese Entwicklung zeigt, dass die rechtlichen Änderungen (Pensionsharmonisierungsgesetz inklusive Übergangsbestimmungen) bereits eine Auswirkung auf die Pensionshöhe haben. Trotz Berücksichtigung des steigenden Pensionsantrittsalters, durchschnittlich längerer Dienstzeit und mehr Beitragsjahren, sind die Ruhebezüge der neupensionierten Beamtinnen und Beamten zurückgegangen. Das ist vor allem auf die Abschläge bei vorzeitigen Pensionsantritten und die längeren Durchrechnungszeiträume zurückzuführen. Daher sind die Rückgänge vor allem bei den Ruhegenüssen von Akademikerinnen und Akademikern, sowie von Beamtinnen und Beamten die vorzeitig den Ruhestand antreten, zu beobachten.

Für einen Vergleich mit den ASVG-Pensionen sind insbesondere folgende Punkte zu berücksichtigen:

  • Ab 2005 eingetretene bzw. ab 01.01.1976 geborene Beamtinnen und Beamte erhalten die gleiche Pension wie ASVG Versicherte.
  • Für alle anderen Jahrgänge gelten Übergangsbestimmungen, die gemeinsam mit den verschärften Antrittsbestimmungen (Anhebung des gesetzlichen Pensionsantrittsalters, Erschwerung des Zugangs zur Hacklerregelung und Korridorpension sowie erhöhte Abschläge) den oben dargestellten Rückgang der Pensionseinkommen bewirken. Bei Bundesbeamtinnen und Bundesbeamten beträgt 2018 der Durchrechnungszeitraum 252 Monate (21 Jahre) und steigt kontinuierlich bis 2028 auf 480 Monate (40 Jahre).
  • Die pensionierten Beamtinnen und Beamten leisten zur nachhaltigen Sicherung der Finanzierbarkeit des Pensionssystems einen Pensionssicherungsbeitrag.
  • Die Pensionsbeiträge der Beamtinnen und Beamten vor Eintritt 2005 bzw. vor 01. Jänner 1976 geboren sind nicht mit der Höchstbeitragsgrundlage gedeckelt.


Antrittsalter nach Berufsgruppe

Verwaltungsdienst

Pensionsantritte: Die Neupensionierungen im Verwaltungsdienst sind im Vergleich zu den Vorjahren relativ gering um 32 angestiegen. Auf Grund der Altersstruktur ist in den nächsten Jahren mit einem weiteren Anstieg der Pensionierungen zu rechnen.

Pensionsantrittsalter:Das Antrittsalter liegt bei 62,1 Jahren und damit im Bundesdurchschnitt. Im Vergleich zu 2014 ist das Antrittsalter um 1,1 Jahre gestiegen. Das Ziel einer Erhöhung des faktischen Pensionsantrittsalters wurde durch die Verschärfung der Voraussetzungen zur Inanspruchnahme der Langzeitbeamtenregelung („Hacklerregelung“) und der Korridorpension, sowie der Anhebung des gesetzlichen Pensionsalters erreicht.

Verwaltungsdienst

Exekutivdienst

Pensionsantritte: Im Exekutivdienst sind die Neupensionierungen im Vergleich zum Vorjahr (+131) bundesweit am stärksten angestiegen. Bei der Verteilung auf die verschiedenen Pensionierungsgründe gibt es im Vergleich zu 2017 keine großen Verschiebungen.

Pensionsantrittsalter:Der Exekutivdienst stellt jene Berufsgruppe im Bundesdienst dar, die mit 59,8 Jahren das niedrigste Pensionsantrittsalter aufweist. Dies ist vorwiegend auf die körperlichen Belastungen dieser Berufsgruppe zurückzuführen. Im Vergleich zum Vorjahr ist das Pensionsantrittsalter gleich geblieben. Im „Fünf-Jahres-Vergleich“ ist der Anstieg des Pensionsantrittsalters von 1,8 Jahren jedoch der zweithöchste im Bundesdienst.

Exekutivdienst

Lehrpersonen

Pensionsantritte: Im Vergleich zum Vorjahr sind die Neupensionierungen bei den Lehrpersonen um 115 Pensionierungen angestiegen. Der Großteil dieses Zuwachses (98 Pensionierungen) sind Pensionierungen mit dem gesetzlichen Pensionsalter. Der Anteil an den Pensionierungen gesamt ist daher um 9 Prozentpunkte auf 28% angestiegen. Der Anteil der vorzeitigen Pensionierungen (59%) als auch der Dienstunfähigkeitspensionierungen (13%) ist dementsprechend gesunken.

Pensionsantrittsalter: Das Pensionsantrittsalter der Lehrpersonen ist sowohl bei Frauen (+0,6 Jahre) als auch bei den Männern (+0,5 Jahre) bundesweit am stärksten angestiegen. Es liegt nun bei 63,4 Jahren. Ein wesentlicher Grund dafür ist der hohe Anteil der Pensionierungen mit gesetzlichem Pensionsalter sowie der Anstieg des Pensionsantrittsalters bei den Dienstunfähigkeits- und vorzeitigen Pensionierungen. Seit 2014 hat sich das Pensionsantrittsalter um 1,2 Jahre erhöht.

Lehrpersonen

Militärischer Dienst

Pensionsantritte: Die Neupensionierungen beim Militärischen Dienst haben sich im Vergleich zu 2018 um 54 auf insgesamt 396 erhöht. Der Großteil davon waren vorzeitige Pensionierungen. Das führte zu einem leichten Anstieg des Anteils dieser Pensionierungsart von 2 Prozentpunkten, auf aktuell 91%.

Pensionsantrittsalter: Das durchschnittliche Pensionsantrittsalter im Militärischen Dienst ist im Vergleich zum Vorjahr um 0,5 auf 62,2 Jahre angestiegen. Im „Fünf-Jahres-Vergleich“ hat sich das Pensionsantrittsalter um 2 Jahre erhöht. Das ist der höchste Anstieg im gesamten Bundesdienst.

Militärischer Dienst

Richterinnen und Richter und Staatsanwältinnen und Staatsanwälte

Pensionsantritte: 38% der Richterinnen und Richter und Staatsanwältinnen und Staatsanwälte treten mit Erreichen des gesetzlichen Pensionsalters (oder älter) die Pension an. Das ist, wie in den Vorjahren, der höchste Wert im Bundesdienst.

Pensionsantrittsalter: Richterinnen und Richter und Staatsanwältinnen und Staatsanwälte gehen durchschnittlich mit 63,5 Jahren in Pension. Das ist der höchste Wert im Bundesdienst.

Richterinnen und Richter und Staatsanwältinnen und Staatsanwälte

Bericht Monitoring der Beamtenpensionen