Monitoring der Beamtenpensionen im Bundesdienst 2018

Im Vergleich zum Vorjahr ist das Pensionsantrittsalter der Bundesbeamtinnen und Bundesbeamten um 0,2 Jahre auf 61,9 Jahre angestiegen. Somit konnte der Trend des steigenden Pensionsantrittsalters weiter fortgesetzt werden. Die Auswirkungen der im Jahr 2013 beschlossenen Verschärfungen der Voraussetzungen zur Inanspruchnahme von vorzeitigen Pensionierungen (insb. Langzeitbeamtenregelung und Korridorpension), sind mit einem Anstieg des durchschnittlichen Pensionsantrittsalters um 1,2 Jahre seit 2013 deutlich erkennbar.

Neupensionierungen und Antrittsalter im Zeitverlauf

Bundesdienst

Der Anstieg des Pensionsantrittsalters ist insbesondere bei den vorzeitigen Pensionierungen quer durch alle Berufsgruppen erkennbar. Da die vorzeitigen Pensionierungen mit 69% den größten Teil der Pensionierungen darstellen, ist hier der größte „Treiber“ für den Anstieg des Pensionsantrittsalters insgesamt zu sehen. In Verbindung mit den länger werdenden Durchrechnungszeiträumen und den geänderten Voraussetzungen zur Gewährung der Jubiläumszulage ist auch für die Zukunft ein Anstieg des Pensionsantrittsalters bei gleichzeitiger Regression der Pensionseinkommen zu erwarten. Die Rückgänge des Pensionsantrittsalters beim Militärischen Dienst und bei den Richterinnen und Richtern und Staatsanwältinnen und Staatsanwälten ist auf den Rückgang des Durchschnittsalters bei den Dienstunfähigkeitspensionierungen zurückzuführen. Auf Grund der geringen Fallzahlen sind hier jedoch statistische Zufälligkeiten wahrscheinlich. Mit 0,5 Jahren war der Anstieg des Pensionsantrittsalters beim Exekutivdienst am höchsten.

Die Pensionen der im Jahr 2016 pensionierten Beamtinnen und Beamten betragen durchschnittlich € 3.481 monatlich. Im Vergleich dazu betrugen die durchschnittlichen monatlichen Ruhebezüge der im Jahr 2014 pensionierten Beamtinnen und Beamten € 3.668. Dies entspricht einem Rückgang der Pensionseinkommen um rund 5%. Diese Entwicklung zeigt dass die rechtlichen Änderungen (Pensionsharmonisierungsgesetz inklusive Übergangsbestimmungen) bereits eine Auswirkung auf die Pensionshöhe haben. Vor allem unter Berücksichtigung des steigenden Pensionsantrittsalters (siehe Kapitel 5.10.3), also durchschnittlich längerer Dienstzeit und mehr Beitragsjahren, sind die Ruhebezüge der neupensionierten Beamtinnen und Beamten stark zurückgegangen. Es wird erwartet, dass sich diese Entwicklung in den nächsten Jahren (verstärkt) fortsetzen wird.

Für einen Vergleich mit den ASVG-Pensionen sind insbesondere folgende Punkte zu berücksichtigen:

  • Ab 2005 eingetretene bzw. ab 01.01.1976 geborene Beamtinnen und Beamte erhalten die gleiche Pension wie ASVG Versicherte.
  • Für alle anderen Jahrgänge gelten Übergangsbestimmungen, die gemeinsam mit den verschärften Antrittsbestimmungen (Anhebung des gesetzlichen Pensionsantrittsalters, Erschwerung des Zugangs zur Hacklerregelung und Korridorpension sowie erhöhte Abschläge) den oben dargestellten Rückgang der Pensionseinkommen bewirken. Bei Bundesbeamtinnen und Bundesbeamten beträgt 2017 der Durchrechnungszeitraum 230 Monate (19 Jahre 2 Monate) und steigt kontinuierlich bis 2028 auf 480 Monate (40 Jahre).
  • Die pensionierten Beamtinnen und Beamten leisten zur nachhaltigen Sicherung der Finanzierbarkeit des Pensionssystems einen Pensionssicherungsbeitrag.
  • Die Pensionsbeiträge der Beamtinnen und Beamten sind nicht mit der Höchstbeitragsgrundlage gedeckelt.

Antrittsalter nach Berufsgruppe

Verwaltungsdienst

Pensionsantritte: Die Pensionsantritte im Verwaltungsdienst sind im Vergleich zum Vorjahr um 208 angestiegen. Auf Grund der Altersstruktur ist in den nächsten Jahren mit einem weiteren Anstieg der Pensionierungen zu rechnen.

Pensionsantrittsalter: Das Antrittsalter im allgemeinen Verwaltungsdienst liegt bei 62,0 Jahren und damit leicht über dem Bundesdurchschnitt aller Berufsgruppen. Im Vergleich zum Vorjahr ist das Antrittsalter um 0,3 Jahre, im Vergleich zu 2015 sogar um 1,4 Jahre gestiegen. Das Ziel einer Erhöhung des faktischen Pensionsantrittsalters wurde durch die Verschärfung der Voraussetzungen zur Inanspruchnahme der Langzeitbeamtenregelung („Hacklerregelung“) und der Korridorpension sowie der Anhebung des gesetzlichen Pensionsalters erreicht.

Verwaltungsdienst

Exekutivdienst

Pensionsantritte: Im Exekutivdienst sind die Neupensionierungen im Vergleich zum Vorjahr (+87) leicht angestiegen. Der Grund dafür ist vor allem die verstärkte Inanspruchnahme der Langzeitbeamten- und Schwerarbeiterregelung. Die Pensionierungen aufgrund der Dienstunfähigkeit sind um 3% gesunken.

Pensionsantrittsalter: Der Exekutivdienst stellt jene Berufsgruppe im Bundesdienst dar, die mit 59,8 Jahren das niedrigste Pensionsantrittsalter aufweist. Dies ist vorwiegend auf die körperlichen Belastungen dieser Berufsgruppe zurückzuführen. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich das Antrittsalter der gesamten Berufsgruppe um 0,5 Jahre erhöht. Das ist der stärkste Anstieg im Bundesdienst.

Exekutivdienst

Lehrpersonen

Pensionsantritte: Im Vergleich zum Vorjahr haben die Neupensionierungen bei den Lehrpersonen um 31 leicht zugenommen. Die Anteile der einzelnen Pensionierungsgründe sind im Vergleich zum Vorjahr relativ konstant geblieben.

Pensionsantrittsalter: Lehrpersonen weisen mit 62,8 Jahren (+0,1) das höchste Pensionsantrittsalter im Bundesdienst auf. Ein wesentlicher Grund dafür ist der hohe Akademikeranteil in dieser Berufsgruppe. Der späte Berufseinstieg der Akademikerinnen und Akademiker hat zur Folge, dass die erforderliche Gesamtdienstzeit für eine vorzeitige Pensionierung erst zu einem späteren Zeitpunkt gegeben ist. Die Differenz zwischen dem Pensionsantrittsalter von Männern und Frauen ist mit 0,6 Jahren bei dieser Berufsgruppe am kleinsten.

Lehrpersonen

Militärischer Dienst

Pensionsantritte: Beim Militärischen Dienst haben sich die Neupensionierungen mit +108 und 46% Steigerung relativ betrachtet am stärksten erhöht. Wie im Vorjahr entfällt ein Anteil von 89% auf die vorzeitigen Pensionierungen.

Pensionsantrittsalter: Das durchschnittliche Pensionsantrittsalter im Militärischen Dienst ist im Vergleich zum Vorjahr leicht um 0,1 Jahre gesunken. Das ist vor allem auf den starken Rückgang des Antrittsalters bei den Dienstunfähigkeitspensionierungen (-2,3 Jahre) zurückzuführen.

Militärischer Dienst

Richterinnen und Richter und Staatsanwältinnen und Staatsanwälte

Pensionsantritte: 38% der Richterinnen und Richter und Staatsanwältinnen und Staatsanwälte treten mit Erreichen des gesetzlichen Pensionsalters (oder älter) die Pension an. Das ist wie in den Vorjahren der höchste Wert im Bundesdienst.

Pensionsantrittsalter: Richterinnen und Richter und Staatsanwältinnen und Staatsanwälte gingen im Jahr 2017 durchschnittlich mit 61,3 Jahren in Pension. Im Vergleich zum Vorjahr ist das Pensionsantrittsalter um 1,6 Jahre gesunken. Das kann auf den höheren Anteil der Dienstunfähigkeitspensionen im Jahr 2017 zurückgeführt werden, die sich auf Grund der sehr geringen Fallzahlen besonders stark auswirken.

Richterinnen und Richter und Staatsanwältinnen und Staatsanwälte

Bericht Monitoring der Beamtenpensionen