Monitoring der Beamtenpensionen im Bundesdienst 2017

Im Vergleich zum Vorjahr ist das Pensionsantrittsalter der Bundesbeamtinnen und Bundesbeamten um 0,5 Jahre auf 61,7 angestiegen. Somit konnte der Trend des steigenden Pensionsantrittsalters, mit der höchsten Steigerung seit 10 Jahren, weiter fortgesetzt werden. Die Anzahl der Neupensionierungen erhöhte sich mit 2.531 im Jahr 2016 im Bundesdienst um rund 50 Prozent. Dieser im Vergleich zu den Vorjahren relativ starke Anstieg ist durch Aufschubeffekte der Pensionierungen auf Grund des erschwerten Zugangs zur Langzeitbeamtenregelung ("Hacklerregelung") und Korridorpension zurückzuführen. Bestimmte Jahrgänge konnten zunächst nicht in Pension gehen, holen dies aber zu einem späteren Zeitpunkt nach. Auf Grund der Altersstruktur im Bundesdienst ist den nächsten Jahren mit einem weiteren Anstieg der Neupensionierungen zu rechnen.

Neupensionierungen und Antrittsalter im Zeitverlauf

Bundesdienst

Das Ziel der Erhöhung des faktischen Pensionsantrittsalters wurde in fast allen Berufsgruppen erreicht. Nur bei den Richterinnen und Richtern und Staatsanwältinnen und Staatsanwälten ist ein Rückgang um 1,2 Jahre im Vergleich zu dem sehr hohen Antrittsalter im Jahr 2015 zu verzeichnen, was auf statistische Zufälligkeiten der relativ kleinen Berufsgruppe zurückzuführen ist. Trotzdem ist das Antrittsalter in dieser Berufsgruppe mit 62,9 Jahren noch immer am höchsten. Die Pensionsantritte sind in allen Berufsgruppen gestiegen. Besonders signifikant ist der Anstieg im Militärischen Dienst. In dieser Berufsgruppe hat sich der Aufschubeffekt besonders stark ausgewirkt und die Pensionsantritte beinahe vervierfacht, das Pensionsantrittsalter aber um 2,1 Jahre erhöht.

Bundesdienst

Verwaltungsdienst

Pensionsantritte: Die Pensionsantritte im Verwaltungsdienst sind im Vergleich zum Vorjahr um 373 angestiegen. Ausschlaggebend dafür ist die starke Erhöhung bei den vorzeitigen Pensionierungen (+413) welche auf Aufschubeffekte, insbesondere bei der Inanspruchnahme der Langzeitbeamtenregelung, zurück zu führen ist.

Pensionsantrittsalter: Das Antrittsalter liegt bei 61,7 Jahren und entspricht damit dem Bundesdurchschnitt. Im Vergleich zum Vorjahr ist das Antrittsalter um 1,1 Jahre gestiegen. Das Ziel Erhöhung des faktischen Pensionsantrittsalters wurde durch die Verschärfung der Voraussetzungen zur Inanspruchnahme der Langzeitbeamtenregelung ("Hacklerregelung") und der Korridorpension sowie der Anhebung des gesetzlichen Pensionsantrittsalters erreicht.

Verwaltungsdienst

Exekutivdienst

Pensionsantritte: Im Exekutivdienst sind die Neupensionierungen im Vergleich zum Vorjahr (+61) leicht angestiegen. Der Grund dafür ist vor allem die verstärkte Inanspruchnahme der Langzeitbeamten- und Schwerarbeiterregelung. Die Pensionierungen aufgrund der Dienstunfähigkeit sind um 33 bzw. 18 Prozent gesunken.

Pensionsantrittsalter: Der Exekutivdienst stellt jene Berufsgruppe im Bundesdienst dar, die mit 59,3 Jahren das niedrigste Pensionsantrittsalter aufweist. Dies ist vorwiegend auf die körperlichen Belastungen dieser Berufsgruppe zurückzuführen. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich das Antrittsalter der gesamten Berufsgruppe, nach einem starken Anstieg 2015, um 0,3 Jahre leicht erhöht.

Exekutivdienst

Lehrpersonen

Pensionsantritte: Im Vergleich zum Vorjahr haben die Neupensionierungen bei den Lehrpersonen um 248 zugenommen. Der Anteil der vorzeitigen Pensionierungen hat sich auf 67 Prozent erhöht. Diese Entwicklung ist wie bei anderen Berufsgruppen auf die Aufschubeffekte zurück zu führen.

Pensionsantrittsalter: Lehrpersonen weisen mit 62,7 Jahren (+0,2) das zweithöchste Pensionsantrittsalter im Bundesdienst auf. Die Differenz zwischen dem Pensionsantrittsalter von Männern und Frauen ist mit 0,6 Jahren bei dieser Berufsgruppe am kleinsten.

Lehrpersonen

Militärischer Dienst

Pensionsantritte: Im Militärischen Dienst ist der Aufschubeffekt am deutlichsten bemerkbar. Die Neupensionierungen haben sich von 62 im Jahr 2015 auf 234 erhöht. Davon entfällt ein Anteil 89 Prozent auf die vorzeitigen Pensionierungen.

Pensionsantrittsalter: Analog zu den Neupensionierungen steigt auch das Pensionsantrittsalter besonders stark um 2,1 Jahre im Vergleich zum Vorjahr an.

Militärischer Dienst

Richterinnen und Richter und Staatsanwältinnen und Staatsanwälte

Pensionsantritte: 45 Prozent der Richterinnen und Richter und Staatsanwältinnen und Staatsanwälte treten mit Erreichen des gesetzlichen Pensionsantrittsalters (oder älter) die Pension an. Auch in dieser Berufsgruppe ist ein hoher Anstieg der vorzeitigen Pensionierungen von 23 auf 45 Prozent zu verzeichnen. Hier wirkt sich insbesondere die Anhebung des gesetzlichen Pensionsantrittsalters aus.

Pensionsantrittsalter: Richterinnen und Richter und Staatsanwältinnen und Staatsanwälte weisen mit 62,9 Jahren das höchste Pensionsantrittsalter im Bundesdienst auf. Im Vergleich zum Vorjahr ist entgegen des heurigen Trends das Pensionsantrittsalter um 1,2 Jahre gesunken was auf statistische Zufälligkeiten der relativ kleinen Berufsgruppe zurückgeführt werden kann.

Richterinnen und Richter und Staatsanwältinnen und Staatsanwälte

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