Fehlzeiten

Fehlzeiten, insbesondere Krankenstände, werden als wichtige personalwirtschaftliche Frühindikatoren angesehen. Sie können beispielsweise auf Mängel in der Arbeits- oder Organisationsgestaltung sowie der Beschäftigungsstruktur hinweisen. Im Bundesdienst sind 12,3 Krankenstandstage, in der Privatwirtschaft 12,5 Krankenstandstage zu verzeichnen. In der Analyse ist das höhere Durchschnittsalter von Bundesbediensteten mitzuberücksichtigen.

Die jährlich erscheinende Krankenstandsstatistik des Hauptverbandes der österreichischen Sozialversicherungsträger informiert über das Fehlzeitenverhalten der Arbeiterinnen und Arbeiter und Angestellten. Diese Statistik umfasst auch Vertragsbedienstete und sonstige vertraglich Beschäftigte des Bundes, nicht jedoch Beamtinnen und Beamte. Seit 2010 berücksichtigt die Krankenstandsstatistik keine Präsenzdiener und Bezieherinnen und Bezieher von Kinderbetreuungsgeld. Um einen Vergleich zwischen den Krankenstandsdaten des Bundes und der Privatwirtschaft über die Jahre hinweg zu ermöglichen, bereinigte der Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger die Daten teilweise bis ins Jahr 2000 rückwirkend.

Die in dieser Statistik ausgewiesenen Krankenstände beinhalten sowohl Krankenstände, als auch Kuraufenthalte. Die Krankenstandstage werden in Kalendertagen angegeben. Für Kurzkrankenstände ist in der Regel kein Arztbesuch zur Bescheinigung des Krankenstandes erforderlich. Daher sind Kurzkrankenstände in der Krankenstandsstatistik des Hauptverbandes weitestgehend nicht erfasst. Für den Vergleich Bund versus ASVG-Versicherte werden die Kurzkrankenstände (ein bis drei Tage Krankenstand) der Bundesbeschäftigten ausgeklammert und die Kurtage eingerechnet, um eine Vergleichsbasis zu erhalten.

Krankenstandstage je Beschäftigte/n in Kalendertagen 

Krankenstandstage je Beschäftigten in Kalendertagen

In den letzten Jahren entwickeln sich die Krankenstände im Bundesdienst parallel zur Privatwirtschaft. Nach einem Anstieg der Krankenstandstage im Vorjahr sind die Fehltage auf Grund Krankheit im Jahr 2016 gesunken. Im Bundesdienst sind rund 12,3 Krankenstandstage und im ASVG-Bereich rund 12,5 Krankenstandstage zu verzeichnen.

Im Vergleich mit der Privatwirtschaft darf jedoch nicht der signifikante Altersunterschied in den beiden Bereichen außer Acht gelassen werden. Das Durchschnittsalter im Bundesdienst liegt mehr als sieben Jahre über jenem der Privatwirtschaft. Wie aus der Analyse der Daten hervorgeht stellt das Alter einen wesentlichen Einflussfaktor auf die Länge und Häufigkeit der Krankenstände dar.

Die Krankenstandsquote ist jener Anteil der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, der aufgrund von Krankheit im Durchschnitt abwesend ist und beträgt ohne Kurzkrankenstände, jedoch inklusive Kuraufenthalten bundesweit 3,4 Prozent (ASVG-Bereich: 3,4 Prozent).

Bundesbeschäftigte mit/ohne Krankenstand

Bundesbeschäftigte mit/ohne Krankenstand

Beinahe ein Viertel der Bundesbediensteten weist 2016 keinen einzigen Krankenstand auf.

Weiterführende Informationen

Nähere Informationen rund um dieses Thema können in der Studie "Fehlzeiten und Gesundheitsförderung im Bundesdienst" unter https://www.oeffentlicherdienst.gv.at/fakten/publikationen nachgelesen werden.