Leuchten statt ausbrennen – so geben Sie Burnout keine Chance

Der Erholungsurlaub ist gerade erst vorbei, der Arbeitsalltag hat wieder begonnen und schon nach wenigen Wochen fühlt man sich "urlaubsreif". Wenn Ihnen das bekannt vorkommt, ist es an der Zeit herauszufinden "wo der Schuh drückt" und aktiv gegenzusteuern.

Risiko Burnout

Burnout ist in den letzten Jahren zu einem "Modewort" geworden, das in den unterschiedlichsten Zusammenhängen auftaucht. Oft wird es als Synonym für Überanstrengung verwendet, es steckt jedoch mehr dahinter.

Neben Erschöpfung, also Müdigkeit, Antriebslosigkeit und dem Gefühl von Überforderung, kommt es zu vermehrter Gleichgültigkeit bis hin zu einer zynischen Einstellung der Arbeit gegenüber. Diesen Rückgang von Engagement und Identifikation mit den beruflichen Aufgaben bezeichnet man im Zusammenhang mit Burnout als Zynismus. Letztendlich auch für Außenstehende beobachtbar ist die Ineffizienz der Betroffenen: Trotz subjektiv empfundener Überlastung sinken sowohl die Leistung als auch die Arbeitsqualität. Es kommt zu vermehrten Abwesenheiten vom Arbeitsplatz – sei es eine Steigerung der Häufigkeit und Dauer von Krankenständen, das vermehrte Nichteinhalten von Arbeitszeiten oder häufiges Zuspätkommen. Neben psychosomatischen Beschwerden (z. B. Schlafstörungen) folgen häufig sozialer Rückzug, private Probleme und Depression.

Wie kann man gegensteuern?

Burnout kann nur entstehen, wenn über einen längeren Zeitraum ein Ungleichgewicht zwischen Mensch, also der Leistungsfähigkeit und Erwartungen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, und der Arbeit, also den Leistungsanforderungen und Arbeitsbedingungen, besteht. Jeder der folgenden Bereiche ist dabei von Bedeutung und kann sowohl als Belastungs- oder auch Schutzfaktor gegen Erschöpfung und Burnout wirken:

Arbeitsbelastung

Überforderung, sei es durch Art der Arbeit, Arbeitstempo oder hohe Verantwortung wird – meist zu Unrecht – als unveränderbar hingenommen. Mit einigen einfachen Schritten zu besserer Arbeitsplanung und Zeitmanagement kann man selbst für erste Entlastung sorgen. (Nähre Infos dazu unter "Ich – in Arbeit ..." im Modul Zeitmanagement). Längerfristig können Mitarbeitergespräch und Teamarbeitsbesprechung dazu genutzt werden, gemeinsam mit der Führungskraft Ziele und Aufgaben und erforderliche Schulungs- bzw. Entwicklungsmaßnahmen zu besprechen. Auch ein klar abgesteckter Handlungs- und Entscheidungsspielraum erspart Reibungsverluste und ist bedeutsam für die Arbeitszufriedenheit.

Belohnung

Eine häufige Quelle für Frustration im Arbeitsleben ist mangelnde Anerkennung. Was aber tun, wenn im Arbeitsumfeld "nicht getadelt bereits genug gelobt" ist? Keine falsche Bescheidenheit: Gute Leistungen können zum Beispiel im Mitarbeitergespräch auch selbst angesprochen werden. Arbeit kann sich jedoch auch auf ganz andere Weise "lohnen", etwa durch die Zufriedenheit – vielleicht sogar Stolz – wenn eine Aufgabe gut erledigt werden konnte, oder auch durch die Überzeugung, wichtige bzw. sinnvolle Arbeit zu leisten.

Gemeinschaft

Das Arbeitsklima, also die Kommunikationskultur und Unterstützung zwischen den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern als auch zwischen Vorgesetzten und Mitarbeiterinnen oder Mitarbeitern, ist ebenfalls von nicht zu unterschätzender Bedeutung. Hier sind alle Beteiligten gefordert, auch – oder ganz besonders – bei großem Arbeitsdruck nicht "in der Arbeit zu versinken" und den Kontakt zu den Kolleginnen und Kollegen nicht abreißen zu lassen. Neben dem respektvollen und wertschätzenden Umgang miteinander wirken auch die Gleichbehandlung aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie die Objektivität von Entscheidungen (z. B. bezüglich Beförderung, Belohnung, ...) als Schutzschild gegen Unzufriedenheit und somit gegen die Gefahr von Burnout.