Strategie und Konzepte

Good Governance oder Public Governance wird als Beitrag zu einer verstärkten politischen Steuerung der Aufgabenerfüllung, zu demokratischer Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern definiert. Sie soll weiters zu mehr Transparenz und zum Gewinnen neuer Partnerschaften beitragen.

Im Unterschied zum New Public Management, wo die Kundinnen- und Kundenorientierung der Verwaltungsleistungen im Vordergrund steht, geht es bei Public Governance auch um die aktive Einbeziehung von Bürgerinnen und Bürgern beziehungsweise um Kooperationen - unter anderem bei der Planung (zum Beispiel Budget), der Leistungserbringung und der Evaluation. Neben Transparenz und Beteiligung von Bürgerinnen, Bürgern und Interessensvertretungen umfasst Public Governance zudem das Aufheben der Benachteiligungen von Menschen etwa auf Grund des Geschlechts, der Herkunft und des Alters. Public Governance meint auch ein neue Verantwortung für die Qualität der Leistungen und die Effektivität der Aufgabenerfüllung (Bedarf wird erfüllt, Problem wird gelöst). Weiters geht es um Nachhaltigkeit, indem die ökonomischen, sozialen und ökologischen Auswirkungen des staatlichen Handelns in einer längerfristigen Zeitspanne mitberücksichtigt werden und um Kohärenz im Sinne einer Übereinstimmung zwischen Politik und den tatsächlich gesetzten staatlichen Handlungen.

Aktuelles Governance-Verständnis der OECD

Die Wirtschafts- und Finanzkrise 2008 sorgte in breiten Teilen der Öffentlichkeit für ein erneutes Aufflammen der Frage nach der Rolle von staatlichem Handeln und der Aufgabe von Regierungen im Allgemeinen: Das Verhältnis Staat-Markt-Bürgerin-Bürger wurde aufgemischt. Viele Seiten forderten eine stärkere gestaltende Rolle des Staates ein.

Nach den ersten, akuten Stabilisierungsmaßnahmen äußerte sich dies insbesondere in der Notwendigkeit einer deutlicheren und fokussierten Prioritätensetzung – kohärent auf allen Ebenen des Staates und international - sowie der Diskussion strategischer Ziele. Wirkungsorientierung, nachhaltiges Wachstum und höhere Effektivität stehen bei diesen Überlegungen im Zentrum.

Die besondere Herausforderung besteht auch darin, dass unter starkem Einsparungsdruck öffentlichen Leistungen weiter verbessert werden müssen. Um dies zu unterstützen, Betroffene zu Beteiligten zu machen und ihre Expertise einzubeziehen, ist es notwendig, an die Öffentlichkeit heranzutreten und Projekte mit Methoden des Co-Design oder der Co-Produktion umzusetzen sowie neue technologische Möglichkeiten (E-Government) zu nutzen. Auch den öffentlich Bediensteten kommt in diesem Ansatz eine wichtige Rolle zu: Eine hohe Motivation und gute Ausbildung garantieren verbesserte Leistungen für die Bürgerinnen und Bürger.

Im besten Fall können so Lösungen gefunden werden, von denen sowohl der Staat als auch die Bürgerinnen und Bürger profitieren. Gleichzeitig ist aber festzustellen, dass das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger in Staat und Regierung abnimmt. Dieser Entwicklung muss durch erhöhte Transparenz und einen verbesserten Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern entgegengetreten werden.

Für den Good-Governance-Zugang sind folgende Themenbereiche besonders relevant:

  • Starke Leitungsrolle des Staates zur strategischen Steuerung
  • Erhöhung von Effizienz und Effektivität durch Innovation
  • Offenheit, Integrität und Transparenz
  • Bereitschaft, zukünftigen Herausforderungen zu begegnen
  • Ganzheitliche Sichtweise auf die verschiedenen Ebenen der Verwaltung

Weitere Informationen

OECD - Public Governance