Graz stellt gleich!

Die Stadt Graz hat 2001 die Implementierung von Gender Mainstreaming beschlossen. Damals wurde mit allen Führungskräften ein top-down-Prozess festgelegt. Seit 2011 ist Gleichstellung für das Haus Graz (Stadt & Beteiligungen) strukturell im Referat Frauen & Gleichstellung verankert, 2012 hat Graz die EU-Charta für die Gleichstellung unterfertigt.

Jurybewertung

"Graz stellt gleich!" ist ein breit angelegtes, Politik und Verwaltung umfassendes und diese übergreifendes Projekt. Es hat die erforderliche Unterstützung der obersten Entscheidungsträger und Entscheidungsträgerinnen der Stadt und ist in diesen "Schalthebeln" gut verankert. Das Projekt ist langfristig konzipiert und nutzt erfolgreich die Wirkung von lokalen wie europäischen Vernetzungen und Synergien. Die internen und externen Stakeholder und die Bürgerinnen sind umfassend einbezogen. Die Stadt Graz nimmt die Verantwortung gegenüber ihren Bürgerinnen und Bürgern wahr. Die interne und externe Kommunikation von Ergebnissen und Wirkungen ist gegeben. Die Stadt sieht sich als Role-Model, bindet alle Geschäftspartnerinnen/Geschäftspartner, Subventionsnehmerinnen/Subventionsnehmer, etc. ein und geht aktiv auf Externe zu, um den Prozess breit aufzustellen (z.B. Gleichstellungsnetzwerk Wirtschaft).

Die Jury hat dem Projekt "Graz stellt gleich!" den Verwaltungspreis 2016 zuerkannt

  •  für den Top-Down-Prozess mit den Führungskräften und der breiten Einbindung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und des gesamten "Hauses Graz" (Stadtverwaltung und die Beteiligungen der Stadt);
  • für die Kooperation mit einer Vielzahl von externen Partnerinnen und Pertner, die damit auch angehalten werden, Gender- und Diversity-Kriterien in ihren Organisationen zu berücksichtigen;
  • für die Umsetzung intern (Personal, Prozesse, Strukturen) und extern (Produkte und Dienstleistungen); (Beispiele sind die Subventionsordnung der Stadt, die Bau- und Wettbewerbsausschreibungen der Stadt und die öffentliche Auftragsvergabe);
  • für die breite Verantwortung, derer sich die Stadt Graz gegenüber ihren Bürgerinnen und Bürgern bewusst ist: "Verwaltungshandeln hat keinen Selbstzweck, sondern ist an die  Bewohnerinnen und Bewohner gerichtet. Produkte und Dienstleistungen sind daher so anzubieten, dass sie den unterschiedlichen, aber gleichwertigen Bedürfnissen der Bürgerinnen und Bürgern dienen.";
  • für das Gleichstellungsmanagement, das darauf abzielt, in allen Handlungssträngen Gleichstellungsziele als integralen Bestandteil des täglichen Managementhandelns und als Querschnittsmaterie zu sehen; das Thema wird an andere Vorhaben "angehängt" (und nicht als isoliertes Thema betrachtet) und wirkt vom öffentlichen in den privaten Bereich;
  • für das Ziel, dass sich die Organisationseinheiten mit dem Gleichstellungsthema "gegenseitig anstecken"; nicht nur die Gender Mainstreaming-Beauftragten, sondern auch die Organisationseinheiten selbst bringen andere Organisationseinheiten mit ins Boot; die einzelnen Bereiche sind Multiplikatorinnen und Multiplikatoren, sie sind intern wie extern Vorbilder.

Graz stellt gleich zeigt, dass Erfolg durch authentisches Handeln und Vorbildwirkungen entstehen kann und entsteht.