Mach mit! Es geht um uns!

Das Projekt "Mach mit! Es geht um uns", eingereicht vom Amt der Tiroler Landesregierung, Abteilung Soziales, Fachbereich Behindertenhilfe, unterstützt den Prozess der Erarbeitung eines neuen Tiroler Behindertenhilfegesetzes. Im Rahmen des Projekts wurden in einem sehr breit angelegten Prozess die Anliegen von Menschen mit Behinderungen, Lernschwierigkeiten und psychischen Krankheiten gesammelt, die in die Ausgestaltung der Gesetzesnovelle einfließen.

Juryurteil

Mit dem Hauptpreis in der Kategorie Gender und Diversity würdigt die Jury diesen überaus kreativen und höchst partizipativen Gesetzesnovellierungsprozess. Unter Einsatz des sogenannten Forum oder Legislativen Theaters in Anlehnung an das Theater der Unterdrückten (nach Augusto Boal) erarbeiteten 30 Personen mit Behinderungen in mehreren Workshops unter professioneller theaterpädagogischer Betreuung vier Alltagsszenen, welche in ganz Tirol in 21 Veranstaltungen vorgeführt und diskutiert wurden. Insgesamt nahmen über 1500 Tirolerinnen und Tiroler an den interaktiven Theateraufführungen teil und wirkten daran mit, Ideen und Lösungsvorschläge zu erarbeiten. Dieser umfassend aufgesetzte Prozess zur Novellierung des Tiroler Behindertenhilfegesetzes ist beeindruckend und aufgrund der eingesetzten Methode nicht nur innovativ sondern auch auf hohem Niveau.

Die folgenden Punkte sind für die Jury bei diesem Projekt herausragend:

Erstens, die durch dieses good-practice Beispiel gelungene Umsetzung der von Österreich im Jahre 2008 ratifizierten UN-Konvention über die "Rechte für Menschen mit Behinderungen". Die gewählte Methode stellt sicher, dass Menschen mit Behinderungen selbst nachhaltig in den Gesetzwerdungsprozess eingebunden sind, wie es die UN-Konvention vorsieht.

Zweitens, ist die methoden-bedingte Visualisierung von Problemlagen und Interessen unterschiedlichster Stakeholder und deren Einbezug und Transfer in den Gesetzesentwurf hervorzuheben.

Drittens, können die verwendete Methode und der durchgeführte Prozess beispielgebend für Gesetzesnovellierungen in Bezug auf andere Diversitätsdimensionen in anderen Verwaltungsbereichen sein.

Wir wünschen dem Amt der Tiroler Landesregierung viel Glück für eine erfolgreiche Umsetzung des Gesetzes.