Wissensmanagement

Seit einigen Jahren durchlaufen Verwaltungen rund um den Globus eine schrittweise Umgestaltung hin zu einer modernen prozessorientierten Organisation, die den Grundelementen von »Good Governance« folgt. Organisationskulturelle Rahmenbedingungen, insbesondere auch unser Umgang mit Information und Wissen, werden dadurch sukzessive verändert und erweitert. Zugleich verlangen gesellschaftspolitische, ökonomische und ökologische Veränderungen auch vermehrtes Umdenken sowie eine Umgestaltung und Umstrukturierung von administrativen Aufgaben innerhalb der Organisation.

Insbesondere der demografische Wandel und fokussierte Effizienz- und Effektivitätserfordernisse, führen zu einer veränderten Personalstruktur bei steigenden Ansprüchen der Bevölkerung. Ausgehend von den geburtenstarken bzw. geburtenschwächeren Jahrgängen, kommt es in ganz Europa zu Verschiebungen innerhalb der Altersstruktur, was sich in großen, personalintensiven Organisationen wie der öffentlichen Verwaltung durch besonders starke Pensionierungswellen bemerkbar macht. Durch diese Veränderungen in der Personalstruktur – bis 2028 werden bis zu 48 Prozent der Bediensteten aus dem aktiven Dienst ausscheiden – ist absehbar, dass das Wissen und die Erfahrung vieler Jahrzehnte gesichert und in laufende Prozesse übernommen werden muss. Hinzu kommt eine wachsende Bedeutung von Mobilität und intersektoraler Durchlässigkeit im Personalbereich, im Sinne eines zukunftsorientierten und qualitätsvoll agierenden Öffentlichen Dienstes.

Ein weiterer wesentlicher Aspekt ist das Auftreten immer komplexerer Herausforderungen, die nicht mehr von Einzelpersonen nachhaltig lösbar sind. Einseitige Entscheidungsprozesse, die nur von einer kleinen Gruppe von Personen der höchsten Hierarchieebene getroffen werden greifen zu kurz. Die Qualität politischer Entscheidungen und der daraus resultierenden Handlungen der Verwaltung hängen daher maßgeblich davon ab, inwieweit die Akteurinnen und Akteure in der Lage sind, sich Wissen strategisch zu erschließen, zu vernetzen und optimal zu nutzen. Diese Entwicklung, hin zu einer veränderten Wissens- und Entscheidungskultur, gilt es über modernes Wissensmanagement im Spannungsfeld von Individuum, Organisation und Technik voranzutreiben.

Mit der Bundesstrategie Wissensmanagement bekannte sich die österreichische Bundesverwaltung im Jahr 2012 zu einer aktiven Auseinandersetzung mit den Herausforderungen der Zukunft und deren Gestaltung. Unser Ziel ist es, das Bewusstsein für Wissensarbeit und Wissenserhalt, gepaart mit entsprechenden Maßnahmen des Wissensmanagements, verstärkt in den Fokus zu rücken und Wissensmanagement in die Prozesse und Arbeitsabläufe der Verwaltung konsequent zu integrieren.

Dies erfordert das Engagement aller Führungskräfte und die aktive Unterstützung aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Durch Investition in diesen Bereich, soll der demografischen Entwicklung aktiv begegnet, Stabilität und Kontinuität in der Entwicklung der Öffentlichen Verwaltung gesichert und Innovationen für die Zukunft bestmöglich vorbereitet werden. 

Arbeitsbehelf für Führungskräfte und MitarbeiterInnen der Bundesverwaltung

Strategische Grundlagen