10.03.2017 Muna Duzdar: Faktisches Pensionsalter im Bundesdienst mit höchstem Anstieg seit 10 Jahren Durchschnittler Pensionsantritt mit 61,7 Jahre

Das faktische Pensionsantrittsalter der Beamten und Beamtinnen hat im vergangenen Jahr den höchsten Anstieg seit 10 Jahren zu verzeichnen. Das zeigt das aktuelle Pensionsmonitoring, das heuer zum dritten Mal veröffentlicht wird. Das durchschnittliche Pensionsantrittsalter im Bundesdienst betrug damit im Jahr 2016 61,7 Jahre, um ein halbes Jahr mehr als im Jahr 2015 (61,2 Jahre). In den vergangenen zehn Jahren stieg damit das durchschnittliche faktische Pensionsantrittsalter damit kontinuierlich an und erhöhte sich um mehr als zwei Jahre (von 59,6 Jahren auf 61,7 Jahren).

"Die aktuellen Zahlen des Pensionsmonitors zeigen, dass die Maßnahmen im Bereich der Beamtinnen- und Beamtenpensionen wirken. Die gesetzlichen Maßnahmen zur Anhebung des Pensionsantrittsalters Verschärfung des Zugangs zur Langzeitbeamtenregelung ("Hacklerregelung") führen somit zu den erhofften Effekten", so Beamtenstaatssekretärin Muna Duzdar.

Im Detail zeigt der Bericht folgendes: Das höchste durchschnittliche Pensionsantrittsalter haben Richterinnen und Richter sowie Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte. Sie gingen im Jahr 2015 durchschnittlich mit 62,9 Jahren in Pension. Lehrpersonen weisen mit 62,7 Jahren und einem Anstieg um 0,2 Jahre das zweithöchte Pensionsantrittsalter auf. Den stärksten Anstieg im durchschnittlichen Pensionsantrittsalter gab es im militärischen Dienst, der im Vergleich zum Vorjahr um 2,1 Jahre gestiegen ist und nun bei 61,8 Jahren liegt. Im Verwaltungsdienst beträgt das Antrittsalter nun 61,7 Jahre und liegt damit exakt  im Schnitt aller Beamtinnen und Beamten. Das Antrittsalter ist gegenüber dem Vorjahr um 1,1 Jahre gestiegen. Das niedrigste Pensionsantrittsalter weisen die Exekutivbeamten aus, die durschnittlich mit 59,3 Jahren (ein Anstieg von 0,3 Jahren gegenüber dem Jahr 2015) in Pension gingen. Das ist vornehmlich auf die körperlichen Belastungen und unregelmäßigen Arbeitszeiten zurückzuführen.

Anzahl der Neupensionierungen gestiegen

Die Anzahl der Neupensionierungen  im vergangenen Jahr hat sich mit 2.531 Personen im Vergleich zum Vorjahr um 50 Prozent erhöht. Der Grund dafür sind in sogenannten Aufschubeffekten zu finden. "Durch den erschwerten Zugang zur Langzeitbeamtenregelung und zur Korridorpension konnten bestimmte Jahrgänge zunächst in den vergangenen Jahren nicht in Pension gehen, wodurch sich die niedrigen Zahlen in den vergangenen Jahren erklären lassen (1699 Personen im Jahr 2015 beziehungsweise 1889 Personen im Jahr 2014 gegenüber 4046 Personen im Jahr 2013 und 3425 Personen im Jahr 2012). Dies wird nun zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt. Auf Grund der Altersstruktur im Bundesdienst ist auch in den kommenden Jahren mit einem Anstieg der Neupensionierungen zu rechnen", so Duzdar.

Pensionsantritte bei Errreichen des gesetzlichen Pensionsantrittsalters gesunken

Der Anteil der Personen, die mit Erreichen des gesetzlichen Pensionsalters ihren Ruhestand antreten, ist im vergangenen Jahr deutlich gesunken und betrug im Jahr 2016 16 Prozent (im Vergleich: 2015: 27 Prozent). Sowohl die Anzahl der Personen, die auf Grund der Langzeitbeamtenregelung, der Korridorpensionierung und der Schwerarbeiterregelung (im öffentlichen Dienst nur für Polizistinnen und Polizisten möglich) sind im vergangenen Jahr angestiegen. "Trotz der Erschwernis und bestehender Abschläge, die man in Kauf nehmen muss, werden Modelle des vorzeitigen Ruhestandes immer noch intensiv genutzt. Es liegt hier an den einzelnen Ressorts, Maßnahmen und Anreize zu setzen, um die Beamtinnen und Beamten länger im Dienst zu halten", betont Duzdar.  Erfreulich ist, dass die Pensionierungen aufgrund von Dienstunfähigkeit sowohl in absoluten Zahlen als auch als Anteil an den Gesamtpensionierungen abgenommen haben (2015: 466 bzw. 27 Prozent; 2016: 407 bzw. 16 Prozent). "Das zeigt, dass der Bundesdienst im Bereich altersgerechtes Arbeiten gut aufgestellt ist und Arbeitsplätze und –bedingungen bietet, die eine Berufstätigkeit bis zum Pensionsantrittsaler ermöglichen", so Duzdar.

Information/Service: das Pensionsmonitoring beruht auf Pensionsantritten der BundesbeamtInnen sowie im ausgegliederten Bereich (exklusive Post/Telekom/Postbus).

Bericht "Monitoring der Beamtenpensionen im Bundesdienst 2017"

Rückfragehinweis:
Markus Stradner
Bundeskanzleramt – Büro Staatssekretärin Mag. Muna Duzdar
Pressesprecher der Staatssekretärin
Telefon: +43 1 531 15-20 4065
Mobil: +43 664 885 40 022
markus.stradner@bka.gv.at

Tatjana Gabrielli
Bundeskanzleramt – Büro Staatssekretärin Mag. Muna Duzdar
Pressesprecherin der Staatssekretärin
Telefon: +43 1 531 15-20 4062
tatjana.gabrielli@bka.gv.at