30.10.2015 "What gets measured gets managed" (P. Drucker)

Wirkungsmonitoring ist kein Selbstzweck. Um es mit den Worten Peter Druckers zu sagen: "What gets measured gets managed". Das Monitoring zur Wirkungsorientierung ist die Datenbasis für Politik und Verwaltung, um die Qualität ihrer Arbeit auf der Basis von Fakten zu messen, zu diskutieren und in ihrer Verantwortung gegenüber den Bürgerinnen und Bürgern weiterentwickeln zu können. (Sektionschefin Mag. Angelika Flatz)

Mit bestimmten Begriffen sollte vorsichtig umgegangen werden. Paradigmenwechsel ist einer dieser Begriffe. Ich möchte ihn hier aber ganz bewusst verwenden: die vergangenen drei Jahre haben einen Paradigmenwechsel in der öffentlichen Verwaltung gebracht. Mit der Einführung der Wirkungsorientierung haben sich Planung, Durchführung und Zielkontrolle im Public Management grundlegend geändert.

Wirkungsorientierung hat das Ziel, die Arbeit der öffentlichen Verwaltung nachvollziehbarer und effizienter zu machen. Weil vor dem Start einer Maßnahme das angestrebte Ziel genau beschrieben und am Ende die Erreichung dieses Ziels gemessen wird. Evidenzbasiertes Management lautet ein aktuelles Schlagwort dazu; also ein Management, das seine Ziele offenlegt und sich an seinen konkreten Ergebnissen messen lässt.

Das Monitoring zur Wirkungsorientierung bietet eine umfangreiche und über die unterschiedlichen Bereiche hinweg vergleichbare Datenbasis an. Monitoring ist aber kein Selbstzweck. Um es mit den Worten des aus Österreich stammenden Ökonomen Peter Drucker zu sagen: "What gets measured gets managed". Das Monitoring zur Wirkungsorientierung ist die Datenbasis für Politik und Verwaltung, um die Qualität ihrer Arbeit auf der Basis von Fakten zu messen, zu diskutieren und in ihrer Verantwortung gegenüber den Bürgerinnen und Bürgern weiterentwickeln zu können.

Um es ganz offen zu sagen: Diese neue Steuerungslogik stellt nicht nur die Verwaltung vor eine Herausforderung, sondern auch die Politik als Auftraggeber. Sie muss ihre Aufträge nachvollziehbar, konkret und überprüfbar formulieren. Mit der Wirkungsorientierung hat die Politik nun ein effektives Steuerungsinstrument in die Hand bekommen.

Für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Bundesverwaltung hat die Einführung der Wirkungsorientierung aufs Erste auch die Anstrengungen einer Systemumstellung mit sich gebracht. Für den Einsatz dabei möchte ich mich herzlich bedanken. Ich bin überzeugt, dass sich dieser Einsatz lohnt: Wir rücken mit unserer Arbeit noch näher zu den Bürgerinnen und Bürgern. Mit der Nachvollziehbarkeit und Effizienz unserer Arbeit steigt auch die Wertschätzung für die Leistungen der öffentlichen Verwaltung.

Im dritten Jahr nach ihrer Einführung hat die Wirkungsorientierung als größter Change-Prozess der zweiten Republik den gesamten Steuerungskreislauf von der Planung zur Durchführung über die Erfolgsmessung und Zielkontrolle zweimal durchlaufen. Der nunmehr vorliegende zweite Bericht zur Wirkungsorientierung, der in enger Zusammenarbeit zwischen der ressortübergreifenden Wirkungscontrollingstelle des Bundes im Bundeskanzleramt, den Ressorts und den obersten Organen entstanden ist, läutet die erfolgreiche Vollendung der Implementierungsphase der Wirkungsorientierung in Österreich ein.

Die Wirkungsorientierung ist angekommen. Und steht doch erst am Anfang. Wir wissen, auch aus internationalen Vergleichen, dass die erfolgreiche Umsetzung der Wirkungsorientierung die bestmögliche Zusammenarbeit aller Akteure braucht. Die bisherigen Erfahrungen machen mich optimistisch.

Kommentar von Sektionschefin Mag. Angelika Flatz
Leiterin der Sektion III im Bundeskanzleramt – Öffentlicher Dienst und Verwaltungsinnovation