31.10.2018 Wirkungsorientierte Verwaltungssteuerung – ein Paradigmenwechsel im Verwaltungsdenken

Staatliches Handeln erzeugt Wirkung. Um garantieren zu können, dass durch staatliche Aktivitäten auch die gewünschten gesellschaftlichen Auswirkungen erzielt werden, wurde in Österreich mit der Wirkungsorientierten Verwaltungsführung ein systematischer Ansatz entwickelt. Dieser besteht im Wesentlichen aus zwei unmittelbar miteinander verknüpften Instrumenten: der Wirkungsorientierten Verwaltungssteuerung und der Wirkungsorientierten Folgenabschätzung (WFA). (Sektionschefin Mag. Angelika Flatz)

Der Ihnen vorliegende Bericht behandelt die Wirkungsorientierte Verwaltungssteuerung. Im Fokus dieses, im Jahr 2013 erfolgreich implementierten Instruments, steht das jährliche Budget. Dabei geht es nicht um die schlichte Allokation von Budgetmitteln, sondern um die Festlegung konkreter Wirkungsziele, damit zusammenhängender ambitionierter Indikatoren sowie geeigneter Maßnahmen, durch deren Umsetzung erwünschte Wirkungen in der Gesellschaft realisiert werden können. Auf der Basis der in diesem Bericht präsentierten Ergebnisse wird ein Lernprozess gestartet, an dessen Ende weitere Verbesserungen des Verwaltungshandelns stehen.

Der kontinuierliche Lernprozess ist nicht nur für die Weiterentwicklung der Wirkungsinformationen der jeweiligen Ressorts und obersten Organe von Bedeutung. Vielmehr wird das gesamte System auf der Grundlage von internen Erfahrungen und externen Analysen fortlaufend verbessert. Die seitens des Nationalrates beschlossene und von der Organisation for Economic Cooperation and Development (OECD), dem International Monetary Fund (IMF) und der Universität Klagenfurt durchgeführte Evaluierung der Haushaltsrechtsreform 2013 – im Rahmen derer die Wirkungsorientierte Verwaltungssteuerung eingeführt wurde – stellt eine wichtige Stütze für die Entwicklungsschritte dar, die in weiterer Folge zu einer Stärkung des Systems und noch festeren Verankerung in der österreichischen Verwaltung führen werden.

Sowohl die Weiterentwicklung des Systems als auch dessen Implementierung in der österreichischen Verwaltung sind von einem wesentlichen Faktor abhängig: den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Es ist dem großen Engagement der jeweiligen Aufgabentragenden zu verdanken, dass der Paradigmenwechsel im Verwaltungsdenken überhaupt erst möglich wurde und somit der entwickelte Ansatz mit Leben erfüllt wird, positive Dynamiken entstehen können. Ein lebendiges System ist essentiell, damit staatliches Handeln keinen Selbstzweck darstellt.

Ich bin davon überzeugt, dass der österreichische Ansatz zur Wirkungsorientierten Verwaltungsführung vorbildhaft ist. Obgleich diese Ansicht auch international geteilt wird, ist es mir ein besonderes Anliegen, auch Sie davon zu überzeugen. Aus diesem Grund lade ich Sie ein, sich ein Bild zu machen, interessante Einblicke zu erhalten und in einen intensiven Austausch mit uns zu treten.

Kommentar von Sektionschefin Mag. Angelika Flatz
Leiterin der Sektion III im Bundesministerium für Öffentlichen Dienst und Sport